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Kino Xenix, Schrägaufsicht ohne Dach

Theorie
Es ist bekannt, dass die Wahrnehmung der räumlichen Tiefe erst im Gehirn stattfindet. Die durch den Sehapparat aufgenommene Information ist beim linken und rechten Auge verschieden, da die Sehstrahlen beim Fokussieren nicht parallel verlaufen (Parallaxe).
Durch überlagerte oder verzerrte zweidimensionale Darstellungen ist es möglich, eine dreidimensionale Raumwirkung im Gehirn zu erzeugen, die der Wahrnehmung eines realen Objektes viel ähnlicher ist, als wenn man z.B. ein perspektivisches Bild oder eine Fotografie betrachtet.
Stereogramme erfordern ein "Hindurchschauen" durch die Bildebene, weil die Sehstrahlen parallel verlaufen müssen, damit eine virtuelle Parallaxe erzeugt werden kann.
Dies geschieht zum Beispiel bei Anaglyphenbildern - 3D-Bilder, die durch Überlagerung zweier verschoben aufgenommener Bilder in Komplementärfarben entstehen und ein Tragen einer z.B. rot - grünen "3D-Brille" erfordern.
Seit den 1980er Jahren kennt man Single Image Stereograms (SIS), deren Reiz darin besteht, dass das Bildobjekt sich nicht auf den ersten Blick erahnen lässt (im Gegensatz zu Anaglyphenbildern) und praktischerweise keine 3D-Brille erforderlich ist.
Das SIS erlebte in den 1990ern einen grossen Boom, nachdem Tom Baccei die Buchserie "Das Magische Auge" (engl. "Magic Eye") herausbrachte.
Allerdings gibt es Menschen, die ein SIS-Objekt selbst nach mehreren Versuchen nicht erkennen können, weil es nicht unseren Gewohnheiten entspricht, geradeaus durch ein Bild hindurch zu blicken ohne einen Punkt auf der Bildoberfläche zu fokussieren.
Dieses Bild ist die erste uns bekannte Architekturdarstellung durch ein SIS.


Anleitung
Betrachten Sie möglichst zentral das Zentrum des Musters.
Blicken Sie dann „durch das Muster hindurch“. Sie dürfen keinen Punkt auf der Oberfläche mehr fokussieren wie Sie es gewohnt sind, weil die Illusion des dreidimensionalen Raumes nur funktioniert, wenn Ihre Sehstrahlen parallel zueinender sind, wie wenn Sie einen fernen Punkt betrachten würden.
Es ist normal, dass Sie das Objekt nicht auf Anhieb erkennen können, insbesondere weil es sich hierbei um ein relativ komplexes Objekt handelt.
Wenn Sie kein Objekt erkennen können, sollten Sie Ihre Distanz zum Muster verändern und es erneut versuchen.
Manchen Menschen hilft ein Trick: Betrachten Sie das Zentrum des Musters aus möglichst kleiner Distanz und bewegen Sie sich langsam zurück ohne jemals einen bestimmten Punkt zu fokussieren.
Wenn Sie einmal ein Objekt erkannt haben, fällt es Ihnen beim nächsten Mal leichter.