
| Das
1904 durch Chodera & Tschudy erbaute Pfarrhaus St. Josef in Zürich
besteht aus einem erdgeschossigen Pfarrhaussaal mit Foyer, Küche und
Sitzungsräumen sowie einer darüber angeordneten dreigeschossigen
“Pfarrherrvilla”. Um den sich
veränderten Anforderungen zu entsprechen wurde das Haus
von 1927 bis 1979 bereits dreimal umgebaut und erweitert. Da die drei
Wohnungen des Pfarrhauses dringend saniert werden müssen, sollte die
Gelegenheit ergriffen werden, ebenfalls den Foyerbereich grundsätzlich
neu zu konzipieren, da dieser in seiner “organisch entstandenen”,
verwinkelten und ungenügend natürlich belichteten Art längst nicht mehr
den Vorstellungen eines offenen und einladenden Pfarrhaus-Foyers
entspricht.
Deshalb wurde das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich durch die Röm.-Kath. Kirchgemeinde St. Josef beauftragt, ein Planerwahlverfahren durchzuführen: Aus 32 Bewerbern der ersten Stufe wurden fünf Büros eingeladen, einen Vorschlag für den Umbau des Foyers einzureichen und vor dem Planerwahlgremium zu präsentieren. Das Siegerteam sollte anschliessend auch mit der Planung des Sanierung des Wohnhauses beauftragt werden. Frei + Saarinen Architekten setzten sich mit dem radikalsten Umbauvorschlagvorschlag durch, dessen pragmatische Grundidee auf der Überzeugung fusst, dass eine Rückführung der Räume in einen “Urzustand” (hohe, in sich ruhende Räume im Stil der Gründerzeit) weniger räumliches Potenzial und mehr unvorhersehbare Kosten birgt als eine Neuinterpretation, dies vor allem, weil eine herabgehängte Decke Lüftungstechnische Installationen unbekannten Ausmasses birgt und deshalb besser unangetastet bleiben sollte. Das neue Foyer ist ein S-förmiges Interieur, dessen dynamisch facettierten Begrenzungsflächen wenig mit der Architektur des Bestandes zu tun haben, was allerdings durch die sehr uncoole, gediegen anmutende Materialisierung wieder relativiert wird. Neben der Verwendung des Materials, die zu einem angemessen enrsthaften architektonischen Audruck führt, trägt vor allem das zentral angeordnete Oblicht in Form eines Pyramidenstumpfes massgeblich zu einer angemessen feierlichen und dennoch unaufgeregten Raumstimmung bei. Neben der Belichtungsfunktion wirkt das - in seiner Dreiecksform an das bekannte christliche Symbol des "Gottesauges" angelehnte - Oblicht auch als Raumbremse - erst die Betonung der Vertikalen an zentraler Stelle unterscheidet das Foyer von einem breiten Korridor. Der Niveausprung ist bereits bestehend und gliedert den Raum in eine Eingangszone und eine erhöhte Ebene, die cafeteria-ähnlich genutzt - und dementsprechend möbliert werden soll. Dennoch wird das gesamte Haus durch technische Massnahmen wie Hublifte und einen neuen Personenlift über alle Geschosse neu behindertengänngig. |









