Aktuell  Team
  Projekte  Organisation  Methodik  Kontakt  Presse  Lehre  Jobs  Links  ©


 
Durchblicke sowie ein neues Oblicht führen zu einem hellen und einladenden Foyer.


Frei + Saarinen Architekten
Umbau Pfarrhaus St. Josef
Zürich, 2007-09



Das 1904 durch Chodera & Tschudy erbaute Pfarrhaus St. Josef in Zürich besteht aus einem erdgeschossigen Pfarrhaussaal mit Foyer, Küche und Sitzungsräumen sowie einer darüber angeordneten dreigeschossigen “Pfarrherrvilla”. Um den sich veränderten Anforderungen zu entsprechen wurde das Haus von 1927 bis 1979 bereits dreimal umgebaut und erweitert. Da die drei Wohnungen des Pfarrhauses dringend saniert werden müssen, sollte die Gelegenheit ergriffen werden, ebenfalls den Foyerbereich grundsätzlich neu zu konzipieren, da dieser in seiner “organisch entstandenen”, verwinkelten und ungenügend natürlich belichteten Art längst nicht mehr den Vorstellungen eines offenen und einladenden Pfarrhaus-Foyers entspricht.

Deshalb wurde das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich durch die Röm.-Kath. Kirchgemeinde St. Josef beauftragt, ein Planerwahlverfahren durchzuführen: Aus 32 Bewerbern der ersten Stufe wurden fünf Büros eingeladen, einen Vorschlag für den Umbau des Foyers einzureichen und vor dem Planerwahlgremium zu präsentieren. Das Siegerteam sollte anschliessend auch mit der Planung des Sanierung des Wohnhauses beauftragt werden.


Frei + Saarinen Architekten setzten sich mit dem radikalsten Umbauvorschlagvorschlag durch, dessen pragmatische Grundidee auf der Überzeugung fusst, dass eine Rückführung der Räume in einen “Urzustand” (hohe,  in sich ruhende Räume im Stil der Gründerzeit) weniger räumliches Potenzial und mehr unvorhersehbare Kosten birgt als eine Neuinterpretation, dies vor allem, weil eine herabgehängte Decke Lüftungstechnische Installationen unbekannten Ausmasses birgt und deshalb besser unangetastet bleiben sollte.

Das neue Foyer ist ein S-förmiges Interieur, dessen dynamisch facettierten Begrenzungsflächen wenig mit der Architektur des Bestandes zu tun haben, was allerdings durch die sehr uncoole, gediegen anmutende Materialisierung wieder relativiert wird. Neben der Verwendung des Materials, die zu einem angemessen enrsthaften architektonischen Audruck führt, trägt vor allem das zentral angeordnete Oblicht in Form eines Pyramidenstumpfes  massgeblich zu einer angemessen feierlichen und dennoch unaufgeregten Raumstimmung bei. Neben der Belichtungsfunktion wirkt das - in seiner Dreiecksform an das bekannte christliche Symbol des "Gottesauges" angelehnte - Oblicht auch als Raumbremse - erst die Betonung der Vertikalen an zentraler Stelle unterscheidet das Foyer von einem  breiten Korridor.

Der Niveausprung ist bereits bestehend und gliedert den Raum in eine Eingangszone und eine erhöhte Ebene, die cafeteria-ähnlich genutzt - und dementsprechend möbliert werden soll. Dennoch wird das gesamte Haus durch technische Massnahmen wie Hublifte und einen neuen Personenlift über alle Geschosse neu behindertengänngig.





Das bestehnde Pfarrhaus St. Josef gliedert sich vertikal in die "Pfarrherrvilla" und den Pfarrhaussaal. Das ergeschossige Foyer verbindet alle Bereiche.





Blick beim Betreten des bestehenden Foyers. Ungefähr gleicher Standpukt wie bei der Visualisierung oben.





Aus einem introvertierten Foyer wird ein Raum mit Aussenbezügen. Alle lastabtragensen Stützen bleiben erhalten, treten jedoch nicht mehr als solche in Erscheinung.







Formgenese. Die facettierte Gliederung der neuen Decke führt zu einer ruhigen, grosszügig wirkenden Gesamtform.





Längsschnitt und Aufsicht. Die hinabführende Treppe ist bestehend, sie wird jedoch gestalterisch in das Gesamtkonzept eingebunden.





Blick Richtung Eingang. Die Treppe führt hinab zu einer Vielzahl von Räumen wie einer Kegelstube oder sanitären Anlagen.




Das Oblicht macht die Höhe der herabgehängten Decke sichtbar und bildet einen Ruhepol an zentraler Stelle.



Das Gottesauge ist seit dem 17. Jahhundert ein christliches Symbol für Gottes Gegenwart und Allwissenheit.
Die Dreiecksform verweist auf die heilige Dreifaltigkeit.





Neue äussere Erscheinung. Der Foyerraum wird an seinen Fassaden-Durchstossungsflächen sichtbar.
Ob eine Realisierung in dieser Form möglich ist, muss in einem nächstn Schritt mit der Denkmalpflege diskutiert werden.




Durch Klicken auf das Bild können Sie sich eine Diashow, die Sie durch das neue Foyer führt, herunterladen.
Das Dokument ist 2.7MB gross, deshalb benötigen Sie etwas Geduld.



Bauherrschaft: Kirchgemeinde St. Josef, 8005 Zürich
Auftragsart: Zweistufiges Planerwahlverfahren, Oktober - November 2007
Durchführung Planerwahl: Amt für Hochbauten der Stadt Zürich
Planung: Frei + Saarinen Architekten, Barbara Frei, Martin Saarinen
Bilder: Frei + Saarinen Architekten, 3D-Modelling in Rhino3D, Rendering in Mc Neel Flamingo
Copyright des gesamten Seiteninhalts bei Frei + Saarinen Architekten, Zürich, info@freisaarinen.ch, www.freisaarinen.ch